Heartcore, Vorderseite
Heartcore, Rückseite
B. Diethelm: drunter & drüber

Mode, Technik, Kommunikation

Smart Fashion / Intelligente Bekleidung

Elisabeth Eichelberger & Nathalie Pellon, Bern 

Studierende der Sekundarstufe 1 der Pädagogischen Hochschule Bern schliessen im aktuellen Studienplan (ab 2013 wird eine neue Ausbildungsstruktur beginnen) die Fachwissenschaftliche und Fachpraktische Ausbildung mit dem Bachelor ab. Im Ausbildungsfach Technisches und Textiles Gestalten wird eine Aufgabe individuell und möglichst selbstständig von den Studierenden im Umfang von 180 Arbeitsstunden bearbeitet. Diese projektartige Anlage wird an Sitzungen eingeführt und begleitet. Es werden Forschungsergebnisse und textilimmanente Gestaltungsmöglichkeiten kurz vorgestellt. Schliesslich geht es darum, dass die Studierenden eine Teilthematik bestimmen, deren Problem- und Fragestellungen entwickeln und sowohl in einer schriftlichen als auch textilpraktischen Ausführung individuell bearbeiten.

Die Ergebnisse werden einem Publikum präsentiert: Die Form dieser Präsentation variiert jährlich, mal wird eine Ausstellung eingerichtet, dann ein Kolloquium abgehalten oder eine Liveshow dargeboten.

 

Beispiel einer Arbeit von 2010:

drunter&drüber

Bettina Diethelm berichtet aus ihrem Arbeitsprozess:

Donnerstag Nachmittag: Die Studierenden im sechsten Semester des Studienfaches TTG sitzen im Fachraum der pädagogischen Hochschule Bern, umgeben von Büsten, Stoffen und Maschinen und warten gespannt darauf, von ihren Dozentinnen das Thema für die Bachelor Abschlussarbeit im Schwerpunkt Textiles Gestalten vorgelegt zu bekommen.

Herstellen von intelligenter Kleidung, oder anders gesagt, Kleidung, die auf die Umwelt reagiert und weiter noch, mit ihr interagiert; so lautet der diesjährige Auftrag.

Das Thema brachte mich an Grenzen: Um den Auftrag lösen zu können, musste ich ein Mehrwissen aufbauen, mich auf neue Ideen einlassen. Technisches musste mit Textilem verbunden und weiterführende Lösungswege gefunden werden.

Das Spektrum der Lösungsansätze für dieses Thema schien mir zuerst unendlich, schmälerte sich jedoch im Hinblick auf die Realisierbarkeit im Rahmen dieses Projekts. Über einige Umwege kam ich auf meine Projektidee von drunter&drüber:

Was ist wo? Durch das Auflösen der vermeintlich zugeordneten Ebenen will ich irritieren, verblüffen, provozieren. Wenn dies am Körper getragen und als Kleid gezeigt wird, werden Grenzen von Blicke frei geben und verschliessen angesprochen. Ist das was ich sehe da, oder meine ich nur, es zu sehen? Was mache ich mit dem vermeintlich Gesehenen?

Ich stellte ein Kleid her, das auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheint, lenke so ab, von dem was es verbirgt. Weisser Stoff ist mit einer Stickerei, die erst bei Dunkelheit erscheint, versehen. Was ist wo zu sehen? Der Betrachter und die Betrachterin wird trotz hochgeschlossenem Kleid überraschenderweise Dessous entdecken. Phosphoreszierendes Garn ist des Rätsels Antwort, bei Licht aufgeladen, werden die aufgestickten Konturen als Unterwäsche wahrgenommen. Drunter&drüber? Was ist da, was ist vermeintlich da? Sehen wir was ist, oder sehen wir was wir sehen wollen? Mein Fazit dazu ist nachzulesen!

Projektabschluss

Die Bachelor Arbeiten von 2010 wurden als Tagesablauf einer Frau des 21. Jahrhunderts präsentiert: Die Begleitbilder zur Livepräsentation deuten die unterschiedlichen Tagesaktivitäten einer Frau an.

Mit interaktiven Textilien ist es möglich, Mode, Technik und Kommunikation zu verbinden.

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Tina Huggler: LightDsign