Smart textiles

Wearable technology im projektorientierten Unterricht der Sek. 1

 

Barbara Hanne, Karlsruhe

 

Die technische Aufrüstung der Kinder- und Jugendzimmer mit neuen Medien nimmt zu. Laut KidsVerbraucherAnalyse 2006 besitzen 53,5% der 10-13 -Jährigen ein Mobiltelefon und knapp ebenso viele einen Gameboy, d.h. jedes zweite Kind. Zahlen der KidsVerbraucher-Analyse 2011 sprechen eine noch deutliche Sprache: In der Altersgruppe der 6 -13-jährigen finden sich 3,22 Mio. Handy-Besitzer. Bereits vier von fünf Kindern im Alter von 6-13 Jahren nutzen zu Hause einen Computer samt technischem Zubehör wie Drucker, Scanner und de-ren tägliche intensive Nutzung nimmt zu.

Folglich stellt sich die Frage, wie könnte textilorientierter Unterricht aussehen, wenn sich die Interessenlage der Jugendlichen so verändert hat.

Kann ein selbst hergestelltes Nadelbüchlein noch den Bedürfnissen der heutigen Jugendlichen entsprechen? ... Sollte stattdessen nicht im Unterricht textile Innovationen aus der Lebenserfahrung der informationstechnisch orientierten Jugendlichen aufgegriffen werden, die gleichzeitig eine naturwissenschaftliche und textilorientierte Bildung ermöglichen.

Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe stellten sich dieser Frage im Rahmen des Seminars „Smart Textiles“ im Sommersemester 2010 im Rahmen eines Simulationsler-nens unter Einbeziehung von außerschulischen Institutionen und Firmen.

Gesucht wurden „intelligente Textilen“, die den Bereich der Funktionstextilen erwei-tern, d.h. die „smart“ sind und „mitdenken“, um zu unterhalten, zu wärmen/ kühlen, zu heilen, zu schützen und Wohlgefühl zu vermitteln und die gleichzeitig bei Jugendli-chen „in“ sind.

Ausgesprochenes Ziel war es, Möglichkeiten für einen projektorientierten Unterricht (Sekundarstufe 1) zu entwickeln, die wie oben eingeführt naturwissenschaftliches und textilorientiertes Lernen verbinden.

Die Studierenden entschieden sich für folgende textile Innovationen:

 Eine Schultasche, hergestellt aus einer LKW-Plane mit Adaption einer solar-gestützten Auflademöglichkeit für ein Handy

(Schwerpunkt: Recycling und Energiesparen)

 Einen Sportschuh, der umgerüstet wurde mit einer käuflich erwerbbaren Adaption, um Bodyfeedback beim Lauf-Training zu erhalten - einschließlich einer selbst hergestellten Armbinde, die das Empfangsgerät hierfür integriert

(Schwerpunkt: Gesundheitsförderung )

 Ein sog. Musik-T-Shirt , d.h. ein Fertigprodukt dessen elektronische Adaptionen und Integrationen kritisch getestet und analysiert wurden

(Schwerpunkt: Verbraucher- und Medienerziehung)

 Ein Heimtextil, das als Beleuchtungskörper und gleichzeitig als Wand-schmuck dient

(Schwerpunkt: Recycling und Energiesparen)

Das Engagement und die Reaktion der beteiligten Studierenden und deren Umfeld sprechen für die Einführung dieser Ideen in Schule und studentische Ausbildung.2011-14

» Zurück zur Projekt-Übersicht

Planungen
Solartasche: Messstation 2 (Intensität der Beleuchtung): Solarpanells in diffusem Licht, d.h. ab welcher Lichtintensität findet ein Ladevorgang eines Handys statt (Nachweis mittels Messgerät) oder anders gesagt, muss ich unbedingt im vollem Sonnenlicht sein, damit mein Handy geladen werden kann, das ich an die Solartasche anschließe.
Solartasche: Versuchstation (Art des Lichts, natürlich/künstlich): Auf welche Art von Beleuchtung reagiert ein Solarpanell überhaupt, das auf einer Tasche angebracht ist; Überprüfung der Reaktion anhand des tatsächlich stattfindenden Ladevorgangs eines Handys; weitere Tests folgten im Freien mit natürlichem Licht.