Design: CHRISTIANA JENS
Design: NINA SCHWICHTENBERG
Design: JANNE SCHMIDT

Baltic project: Interkulturelles Textildesign an drei Standorten

Norbert Schütz & Anna Sophie Müller, Flensburg

 

Im ‚Baltic project‘ wurden drei universitäre Standorte virtuell miteinander verbunden, um ein interkulturelles Lehrkonzept zu erproben.

DozentInnen der Universitäten in Savonlinna (University of Eastern Finland),  in Riga (University of Latvia) und in Flensburg (Universität Flensburg) hatten gemeinsam auf der Basis ihrer nationalen Curricula eine Praxiseinheit zum Thema ‚textiles Oberflächendesign‘ entworfen, die zeitgleich an den unterschiedlichen Standorten durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt dieser Einheit standen ‚interkulturelle Arbeitsgruppen‘, die sich in der Regel aus je einer Studentin der beteiligten Universitäten zusammensetzten und somit aus drei Teilnehmerinnen bestanden.  Diese Arbeitsgruppen bildeten das Herzstück des zu erprobenden Lehrkonzepts, mit dem nicht nur der fachliche Austausch angebahnt werden sollte, sondern das vor allem eine gemeinsame textile Praxis mit Blick auf kreative Impulse intendierte. Die textile Praxis in den Arbeitsgruppen vollzog sich bedingt durch die räumliche Trennung der Gruppenmitglieder über eine virtuelle Plattform. 

Thematisch wurde versucht, Aspekte des Lebensumfelds der Studierenden anzusprechen und darzustellen, indem Symbole und grafische Zeichen als Elemente textilen Oberflächendesigns gewählt wurden. Diese Symbole und Zeichen vermitteln mit ihrem Bedeutungsgehalt persönlich Erlebtes und kulturell Geprägtes und repräsentieren jeweils ‚ein Stück Kultur‘. Jede Studentin wählte frei sowohl ein persönlich konnotiertes als auch ein traditionell verankertes grafisches Zeichen, sodass in Folge der Zusammensetzung der ‚interkulturellen Arbeitsgruppen‘ Gesprächs- und auch Deutungsbedarf mit Blick auf die gewählten Symbolismen erwuchs. Im Fortgang der gemeinsamen Arbeit bildeten diese Zeichen als Einzelelemente den Pool für den gemeinsamen Entwurf eines textilen Oberflächendesigns.

Zu den Zielsetzungen des Projektes gehörte, das Lehrkonzept (1.) auf der Ebene der Durchführung zu prüfen, d.h. Informationen zur virtuellen Plattform (wikispace) als Kommunikations- und Arbeitsmöglichkeit in den Chancen und Grenzen zu sammeln. Die Dokumentation des Arbeitsprozesses der ‚interkulturellen‘ Gruppen gespeichert auf der virtuellen Plattform gibt Aufschluss über den Weg zu einem gemeinsamen Produkt. Mit der Dokumentation sind zwei weitere Fragestellungen verknüpft: (2.) Ergeben sich aus der Zusammensetzung der Arbeitsgruppen kreative Impulse in Gebrauch und in Anordnung der Symbole als ‚formgebendes‘ Gestaltungsmittel für die endgültige Komposition? (3.)  Verändern sich die benutzten Symbole in ihrem Bedeutungsgehalt, wenn sie collageähnlich in einem interkulturellen inhaltlichen Kontext verknüpft werden.

Das Projekt gliederte sich in drei Durchführungsphasen: Die Entwicklung eines transkulturellen Musters, der gemeinsame Entwurf eines interkulturellen Oberflächendesigns und schließlich die Realisierung des Designs mittels Siebdruck für ein persönlich zugeschnittenes Etuikleid¹. Die Ergebnisse sind auf den folgenden Unterseiten zusammengestellt.

Parallel finden Web-Ausstellungen der Universitäten in Savonlinna und Riga statt.

 

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¹ Die dritte Projektphase wurde mit den Flensburger Studierenden von Astrid Ragotzky und Annekatrin Lockton durchgeführt.