Einkaufstaschen als Konsumstatement

Nicole Schumacher & Elisabeth Eichelberger, Bern

 

Die Unterrichtseinheit „Einkaufstaschen als Konsumstatement“ hat zum Ziel, die Konsumkompetenz der Jugendlichen zu thematisieren. Die Einwegtasche, wie sie überall beim Einkaufen von Massenwaren abgegeben wird, bildet die Ausgangssituation für die Unterrichtseinheit. Lernende der Sekundarstufe 1 kennen diese Plastiktüten gut, diese sind für sie alltäglich und selbstverständlich. Es wird angeregt, eine Sammlung verschiedener Einwegtüten in der Klasse anzulegen. Die Fülle ist immens, mit dem Beitrag aller Lernenden ergibt sich eine vielseitige Ausgangslage.

Wie kann das eigene Konsumverhalten kritisch reflektiert und ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen angeregt werden?

 

Welche Tasche für wen?

Die abgegebene Tasche aus dem Geschäft wird von der Konsumentin, dem Konsumenten als Werbefläche mindestens auf dem Weg nach Hause öffentlich zur Schau gestellt. Der Käufer, die Käuferin kommuniziert also nicht nur wo eingekauft wurde, sondern wird auch zum Vermittelnden einer Botschaft.

Die Symbolik und Aussagen verschiedener Einkaufstaschen ist Ausgangspunkt einer handlungsorientierten Problemstellung: Welche Rückschlüsse geben Einkaufstaschen auf ihren Nutzer? Wer konsumiert wo?

 

Ein Steckbrief beschreibt eine Zielgruppe:

Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, sowohl ihr eigenes Konsumverhalten, als auch das fiktiver Personen zu reflektieren.

Die von den Schülerinnen und Schülern zusammengestellte Sammlung von Einkaufstaschen und -tüten wird zur Objektanalyse herangezogen. Die Taschen werden auf Zielgruppenausrichtung, Symbole und Zeichen, Formen und Farben, Trageeinrichtung, Material, Komfort, Langlebigkeit und Multifunktionalität hin untersucht. Letztlich sind sie Ideenquelle und Ausgangsmaterial für die Umsetzung zum textilen Ding. Themen wie Alt-Neu, Recycling oder Konstruktion-Dekonstruktion-Reproduktion sind damit angesprochen.

 

Wegwerftaschen werden zum Designstück

Schliesslich werden die Taschen umgestaltet, die bisherige Botschaft wird dekonstruiert: Ausgewählte Ausschnitte werden zu neuen Werbeflächen zusammengestellt.

Die neue Hülle ist Träger für ein bestimmtes Konsumstatement, das wiederum einer Person als Individuum zugeordnet werden kann.

Die Thematik hilft den Jugendlichen, sich Fragen zu stellen, die im vielfältigen Konsumangebot Orientierung sein können. Wie gehe ich mit Materialien und Objekten um? Was für Alternativen gibt es zum Verbrauch? Inwiefern ist Recycling eine mögliche Reaktion auf Konsum? Ist Nachhaltigkeit und Entsorgung von Materialein immer ein Widerspruch? Wie möchte ich mich zu Fragen von nachhaltigem Umgang mit Gütern positionieren? Was ist mein Ideal und was die Wirklichkeit? Die Einkaufstasche, die in ihrer ursprünglichen Funktion dem Tragen von gekauften Gütern dient, erhält hier einen neuen Stellenwert. Aus dem Abfall wird ein neues Produkt.